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 Montag, 20.November 2017 08:42 
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ANTHONY GALLA-RINI

Leben und Werk einer lebenden Legende

 

            Anthony Galla Rini wurde am 18. Januar 1904 in Manchester, Connecticut, als drittes von sieben Kindern seiner Eltern John & Angela (italienische Immigranten) geborenen. Anthony begann seine Karriere in der Familienband im Alter von 5 Jahren, nur zwei Jahre später war er bereits im Vaudeville (amerikanisches Varieté-Theater um 1900) unterwegs. Sein Debüt gab er mit der Zugabe "Casey Jones" auf seinem Kornett. Eine kleine Laterne wurde angezündet und am Kornett festgemacht, und man setzte ihm die Mütze eines Ingenieurs auf seinen Kopf. Beim letzten Refrain wurden alle Lichter abgedreht, sodass nur mehr Anthony’s Gesicht, Kornett, Laterne und die Mütze zu sehen waren. Zu dieser Zeit lernte er Akkordeon spielen, ein dreireihiges Knopfinstrument.

            Nach nur 6 Monaten Schulbildung schloss er sich der Familienband an, bekannt als „The Galla-Rini Four“.  Anthony kannte zu dieser Zeit bereits das Alphabet  und erinnert sich heute daran, über den Untergang der Titanic in den Zeitungen gelesen zu haben. Sein Vater gab ihm ein Buch über Geographie und forderte ihn auf, es zu studieren. Das war der Umfang seiner Schulbildung. Man könnte also sagen, er war nicht nur in akademikischen Studien, sondern auch in der Musik Autodidakt. Er verbrachte 20 Jahre im Vaudeville, und während dieser Zeit hat er zwölf Instrumente gelernt: Holz- und Blechblasinstrumente sowie das Akkordeon. Die Band hatte Auftritte von der  Ost- bis zur Westküste. Er spielte in einer Show mit Mae West, den Marx Brothers, Jack Benny, Jimmy Durante, Eddie Cantor und vielen anderen berühmten Vaudeville-Bands.

            Nachdem seine Schwester die Familienband verlassen hatte, wurde ihm im Alter von 12 Jahren Akkordeon dank seiner musikalischen Möglichkeiten immer wichtiger. In dieser Zeit merkte er auch, dass das Akkordeon in sich musikalisch vollständig war. Durch sein besonders tiefes Interesse entstand bei ihm der Wunsch, möglichst viel ernste Musik auf dem Instrument zu spielen, was ihm mehr persönliche Zufriedenheit als irgendetwas anderes bringen sollte. Er studierte die traditionelle Harmonielehre, kaufte und hörte konzentriert Aufnahmen von berühmten Komponisten und Dirigenten wie Rachmaninoff, Heifetz, Paderewski und Toscanini. Diese musikalischen Persönlichkeiten wurden auf diese Art seine Lehrer.

            Im Jahr 1924 verließ er die Band seines Vaters, weil er keinen fairen Anteil an der Gage erhielt. Er und seine Schwestern bildeten ihre eigene Band, die bis 1932 weiterspielte. Ihre Gage gipfelte in $ 600 pro Woche. Die Vaudeville-Jahre endeten mit dem Aufkommen von Tonfilmen. Alle Entertainer mussten eine andere  Arbeit finden, und Anthony beschloss, ein Akkordeonstudio in San Francisco zu öffnen. Er gab seine eigene Akkordeonschule heraus und begann, Musik für das Instrument zu schreiben. Schließlich etablierte er sich selbst als Lehrer. Er arbeitete auch an der Akzeptanz  des Akkordeons als Soloinstrument auf der Konzertbühne.

            Im Jahr 1933 heiratete er Dina Petromilli. Drei Jahr später wurde ihr Sohn, Ronald Pascal, geboren. Er wurde vom Wurlitzer-Musikhaus als Akkordeonlehrer am nationalen Music-Camp in Interlochen, Michigan eingestellt. Schließlich zog die Familie nach New York City, um nahe bei den verschiedenen Musikverlegern zu sein. Anthony hatte großen Erfolg und schrieb schließlich Musik für mehr als 30 Verlagshäuser.

            Er war eines der Gründungsmitglieder des amerikanischen  Akkordeon-verbands AAA in New York City im Jahre 1938 und auch des amerikanischen  Akkordeonlehrerverbands ATG im Jahr 1941 im Mittelwesten. Im Frühjahr dieses Jahres begann er, sein erstes größeres Werk zu komponieren: „Accordion Concerto #1 in G minor“, sowohl Orchesterstimmen als auch Solopart, das vom Oklahoma Symphony Orchestra am 15. November dieses Jahres mit Anthony als Solist uraufgeführt wurde.

            Galla-Rini kehrte 1942 nach Kalifornien zurück und unterrichtete wieder Akkordeon. Ein Jahr später trat er in einer Rumbaband auf, die im Trocadero spielte, einem der berühmtesten Nachtklubs auf Hollywood's Sunset Strip. Es gab keine nieder-geschriebenen Akkordeonparts, sodass er improvisieren musste. Dies führte dazu, sound tracks für die Filmindustrie in Hollywood einzuspielen. Man kann ihn in folgenden Filmen hören: High Noon, Laura, Carnival at Costa Rica, Rhapsody in Blue, Shine of Harvest Moon, The Gunfighter, A Tree Grows in Brooklyn, and the Sting 11, um nur einige zu erwähnen. Während des nächsten Jahrzehnts trat er in verschiedenen Theatern der USA auf. Auf seinen Gastspielreisen kam er1950  auch nach England, Schottland, Norwegen und Schweden, wobei er seine Familie immer mitnahm. Im Jahr 1951 repräsentierte er die ATG bei der Coupe Mondiale in Paris, was dazu führte, dass ATG in der Folge als eine Mitgliedsorganisation akzeptierte wurde.       1958 und 1959 trat er als Gastsolist in der Carnegie Halle in New York auf. Und im Jahr 1960 wurde er in die von der Arcari Stiftung geförderten Ruhmeshalle Accordion Hall of Fame gewählt.

            Im Jahr 1968 starb Dina Galla Rini. Drei Jahre später heiratete Anthony Dolly Cortella. Er kümmerte sich um sie, bis sie vor zwei Jahren im Alter von 101 Jahren verstarb.

Im Jahr 1975 verlieh ihm der Präsident von Italien in Anerkennung seiner Bemühungen um Stärkung der kulturellen Bindungen zwischen italienischer und amerikanischer Bevölkerung sowie für sein Interesse an der Entwicklung des italienischen Akkordeons in den USA den Titel eines „Kavaliers vom Stern der Solidarität“. Das folgende Jahr komponierte er das Akkordeonkonzert Nr.2 in

e-moll (in drei Sätzen) für Akkordeon mit Melodiebass-Manual. Und im Jahr 1983 komponierte er die dreisätzige „Sonate in d-moll“ für Akkordeon.

Seit 1990, also im Alter von 86 Jahren, hält Galla-Rini jeden Sommer ein Accordion Camp, wo er Workshops gibt und Ensembles dirigiert. Aus Anlass seines 99. Geburtstags im Jahr 2003 wurde er als Erster in die ATG Ruhmeshalle aufgenommen.

Galla-Rini  trat als Solist mit über 15 Sinfonieorchestern auf und hat zahlreiche Aufnahmen bei mehreren Schallplattenfirmen eingespielt. Er hat Hunderte Orchesterwerke für Akkordeonensembles, Orchester, Solisten und Studenten bearbeitet. Seine Arrangements für Fortgeschrittene verlangen den Spielern einiges ab, das Studium lohnt sich aber allemal. Er gilt als Pionier in folgenden Fragen: Standardisierung des Stradella Systems, genaue Notation in der linken Hand, Notation der linken Hand im Bassschlüssel sowie der logischen Auswahl und Positionnierung der Register im Diskant- und Bassteil.

 

 

Weitere Informationen über Anthony Galla-Rini:

 

Anthony Galla Rini on his Life and the Accordion von Ove Hahn

Nils Fläcke Musik, Stockholm, Schweden

 

A Collection of Lectures for Accordionists von Anthony Galla-Rini

Music Graphics Press, 121 Washington St., San Diego, CA 92103

 

  Letztes Update der angezeigten Seite: 30.April 2009, 22:06 

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