Friedrich Lips

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 Freitag, 24.November 2017 14:01 

2. INTERNATIONALES AKKORDEONFESTIVAL WIEN

22.2. - 25.3. 2001

 

 

Unter dem Motto „The United Colours of Accordion“ hat das Internationale Akkordeon Festival Wien nach 2000 heuer bereits zum zweiten Mai zur Reise zu den verschiedenen Kunstformen des Akkordeons eingeladen. Das größte Akkordeon-festival Österreichs brachte  wieder Künstler aus verschiedenen Ländern und Kontinenten nach Wien (50 Künstler aus 11 Ländern bei 18 Veranstaltungen an 14 verschiedenen Spielstätten), die eines miteinander und mit dem Publikum verbindet: die Liebe zur Musik, zum Akkordeon. Die Idee, internationale und österreichische Akkordeonisten zu vernetzen, ergibt eine  spannende Wechselwirkung, wobei ein wesentlicher Faktor darin besteht, dass der Kontakt Künstler-Publikum immer        „spürbar“ ist. Im Vorjahr wurde dem Wiener Publikum erstmals die Begegnung mit dieser Musik in ihrer ganzen Spannweite ermöglicht, das Akkordeon als Träger vieler musikalischer Identitäten vorgestellt, die zu einer Weltmusik - im doppelten Wortsinn - zusammenwachsen. Lange Zeit schien das Akkordeon nicht in den musikalischen Zeitgeist zu passen. Dabei ist es ein Musikinstrument, das wie wenige andere eine ungeheure Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten bietet, Melodien trägt, Stimmungen vermittelt, Atmosphäre schafft. Die Musiker und das Publikum haben diese Qualitäten in den letzten Jahren wieder entdeckt. Ob Wien, Paris, Buenos Aires oder viele andere Städte und Länder: das Akkordeon in seinen zahlreichen Subgattungen - von der wienerischen „Quetschn" bis zum Bandoneon - ist Bestandteil einer alten Musikkultur, die die musikalische Tradition dieser Orte und Menschen fortschreibt, sie aber auch in eine neue Richtung entwickelt, die aus dem ererbten Fundus wächst und die Welt der schrägen Töne erobert.

Das Akkordeonfestival wäre kein Wiener Festival - und es wäre zugleich kein

internationales, nähme Otto Lechner nicht daran teil, ja, würde es nicht von ihm eröffnet. Das Einstandsfest am 24. Februar im Jugendstiltheater auf der Baumgartner Höhe artete zu Mitternacht in ein Geburtstagsfest für den Künstler aus, bei dem als  Stargäste auch das Duo Catherine Estourelle und Arnaud Methivier aus Frankreich auftrat.

            Auf dem traditionellen diatonischen Knopfakkordeon (accordéon diatonique) verzauberte Yann-Fañch Perroches („Für mich sind das diatonische Akkordeon und die bretonische Musik universell. Swing, Melancholie und Harmonie...“) die ausgesprochen melodieschönen bretonischen Tänze und Liedmelodien in elegante melancholische Kunstmusik. Man könnte sagen, dass er für die traditionelle Musik seiner Region Ähnliches geleistet hat wie sein Vorbild Astor Piazzolla für den traditionellen argentinischen Tango, ein Vergleich, der sich übrigens auf viele Gäste des Akkordeonfestivals anwenden lässt.

Die „Etno Bâren“ gestalteten zusammen mit der Akkordeonlegende Jovica Petkovič  den sogenannten „Balkan-Abend“ des Festivals. Traditionelle Tänze des Balkanraums (Kolas, Horos, Čočeks etc.) wurden durch abwechslungsreiche Arrangements und filigrane Jazz- und Funkakzente zu modernem World-Beat emanzipiert. Viele Melodien, welche heutige Akkordeonisten als traditionell erachten, sind in Wirklichkeit Kompositionen von Jovica Petkovič.

Mit Simon Thoumire, auf der Gitarre begleitet von Kevin MacKenzie, war auch ein Vertreter des schottischen Folk-Avantgarde zu Gast, der starke Anleihen bei Swing, Bepop und Latin Jazz nahm.

Die „Rockin’ Janitors“ und „Nathan & The Zydeco Cha Chas” eröffneten mit Elementen des Boogie, Blues, Soul, Country, Ska sowie afrikanischen Rhythmen dem Zydeco neue Perspektiven und brachten die Szene Wien damit „zum Sieden“.

Das „Budowitz“-Quintett mit Frontmann Joshua Horowitz auf der Tsimbi, dem traditionellen Hackbrett, und dem chromatischen Knopfakkordeon ließ nicht nur die Klezmertradition aufleben, sondern drang auch bis zu den Wurzeln der Klezmer-improvisation vor.

Elina Leskelä aus Lahti und das „Trio Fratres“ aus Jyväskylä gestalteten gemeinsam den Finnischen Abend. Elinas Spiel ist stark von ihrer klassischen Ausbildung an der Sibelius-Akademie in Helsinki geprägt. Das Trio wagt sich, neben Werken zeitgenössischer Komponisten und Bearbeitungen klassischer Literatur, auch an unkonventionelle Adaptationen von Pop-Hits von Sting, Kraftwerk, Van Halen, etc.

Karen Tweed hat aus diversen traditionellen Stilen, sei es nun irisch, englisch, skandinavisch, französisch oder Gypsy Swing, ihren eigenen unverwechselbaren Hybridstil entwickelt, der swingende Eleganz mit irischer Präzision verbindet. Am besten gedeiht ihr Spiel im Duett mit dem renommierten Folk-Jazzer Ian Carr und dessen oft schrägen Harmonien und unerwarteten perkussiven Ausbrüchen an der Gitarre. Weist das Duo Tweed & Carr einen stärkeren Bezug zu schottischer und skandinavischer Musik auf, holten sich Andy Cutting und Chris Wood ihre Inspirationen eher aus dem englischen, französischen aber auch frankokanadischen Fundus.

Riccardo Tesi verbindet mit seiner „ Banditaliana“ Tradition und Jazz zu Neuem. Seit 20 Jahren hält er seine Stellung aIs einer der modernsten Interpreten auf dem diatonischen Knopfakkordeon. lm Zentrum seiner musikalischen Sozialisation steht der italienische Walzer, der sogenannte Liscio, welcher in Tesis Heimat, der Toskana, seinen Ursprung nahm, sich über ganz Italien verbreitete und zu einer der französischen Musette ebenbürtigen Walzerform reifte. Außerdem widmete sich der eifrige Ethnomusikologe süditalienischen Tarantelle und Tammurriate, der Musik Sardiniens, Südfrankreichs, Großbritanniens, des Balkans, Afrikas, Madagaskars und Indiens, aber auch dem Modern Jazz und der Musik des Fellini-Komponisten Nino Rota.   

            Am 11. März 2001 jährte sich der Geburtstag des Begründers des Tango Nuevo, Astor Piazzolla, der 1992 in Buenos Aires starb, zum achtzigsten MaI. Das Internationale Akkordeonfestival bescherte ihm ein würdiges Geburtstagsfest mit

einer der wichtigsten heimischen und einer der wichtigsten internationalen Tango-Nuevo-Formationen: Barbara Faast-Kallingers „Tango Vivo“ und Alfredo Marcuccis  „Cuarteto Tango AI Sur“ - sowie dem berühmten Tänzer Rafael Ramirez.

            Neben Jovica Petkovič war mit SheikhTaha & Band eine weitere Legende ethnischerAkkordeonmusik beim Festival. Der 1936 in Oakhalia geborene ägyptische Virtuose, Komponist und Arrangeur ist in seinem Heimatland - und weit darüber hinaus - eine Institution. Seine Zusammenarbeit mit den großen Komponisten klassischer arabischer Musik wie Abdel Wahab, Farid al Atrash und Adel Halim Hafez garantieren kulturelles Wissen und außergewöhnliche technische Fertigkeit auch bei volkstümlicheren Darbietungen.

            Klaus Paier präsentierte seine beiden Projekte mit Trio (Stefan Gfrerer, Kontrabass und Roman Werni, Drums) sowie Gerald Preinfalk (Saxophon/ Klarinette). In der Wiener Sargfabrik wurde dem Wiener Publikum auch die CD  „Movimiento“ präsentiert, die ausschließlich Eigenkompositionen Paiers enthält, wobei der kammermusikalische Charakter einiger Tracks durch ein Streichquartett hervorgehoben wird. Zusammen mit Preinfalk versteht es Paier meisterhaft, die schwermütigen Melodien des Tango Nuevo und anderer ethnischer Traditionen in Richtung Jazz und freier lmprovisation zu lenken.

            „Dobrek Bistro“ konnte beim Festival sein einjährige Bestehen feiern und verzauberte ein vollbesetztes „Vindobona“ mit seinem Programm. Krzysztof Dobrek zeichnet für fast alle Kompositionen verantwortlich, seine Doppelconferencen mit Aliosha Biz (Violine) besitzen subtilen Witz, und im Viererpack (Peter Strutzenberger, Kontrabass und Daniel Klemmer, Percussion) gelingt der Band moderne akustische Fusion mit sehr viel Soul, Drive und Passion. Dazu Meister Dobrek: „Bei uns klingt der Salsa zigeunerisch, der Tango wienerisch, der Jazz jiddisch und die Musette hat einen russischen Touch.“

            Der Konzert in der Ruprechtskirche (Wiens ältestes Gotteshaus aus dem 11. Jahrhundert) verband klassisches Akkordeon (Heinrich Biegenzahn, Wien und Alexander Dmitriew, St. Petersburg) mit der Wiener Musik der „Neuen Wiener Concert Schrammeln“.

Cathrin Pfeifer („...die Voodoo-Meisterin des Akkordeons!“, Accordéon Magazine) gastierte zusammen mit ihrer Band (Topo Gioia, Percussion; Horst Nonnenmacher, Kontrabass; Harald Kuendgen, Marimbaphon) und hat sich zu einer der führenden Akkordeonistinnen Europas entwickelt. Mit Stilsicherheit graste sie diverse ethnische Traditionen ab, von deutschem und skandinavischem Folk, Tänzen des Balkans und Kaukasus aus erschloss sie sich im Laufe ihres künstlerischen Werdegangs - nicht ohne beim Pariser Musette-Walzer eine Zwischenpause einzulegen - die Musik Lateinamerikas, wo es ihr zunächst Tango Nuevo und Bossa Nova angetan hatten. Ihre CD "Panico na Panificadora" lässt genannte Einflüsse auf originäre Weise Revue passieren.

Neben Alexander Dmitriev konnte das Akkordeonfestival mit einem weiteren   Konzertakkordeonisten von internationalem Rang aufwarten: Joseph Petric aus Toronto, der als Solist mit den namhaftesten Symphonieorchestern des englisch-sprachigen Raumes aufgetreten ist. Einen unkonventionellen Ansatz verfolgt Petric mit seinem  Projekt EROSONIC. Erosonic - ein vielversprechendes Kompositum aus den Wörtern Eros und Sonic - nennt sich Petrics Zusammenarbeit mit dem Bariton-saxofonisten David Mott. Dieser kann auf eine umfassende Karriere in der kanadischen Kunstmusik und im New Jazz zurückblicken, Richtungen, die auch im Konzept von Erosonic in nie zuvor gehörter Weise ineinanderfließen und Raum für freie Improvisation gewähren.

Mit ihrem Lied- & Tanzmusikabend vermittelten die „3 Falkner“ (Vater Erich und Sohn Hans Peter auf der Steirischen Knöpferlharmonika, Mutter Pauline auf der Gitarre) volksmusikalische Finessen ihres Heimatlandes Österreich.

Aufgrund der Erkrankung von Guy Klucevsek konnte das Festival nicht in der geplanten Form beendet werden. Die „Rockin’ Janitors“, „Dobrek Bistro“, die „Etno Bären“ und „Otto Lechner und die Frühaufsteher“ sprangen aber gerne ein und gestalteten auch die Abschlussveranstaltung zu einem Fest.

Großer Dank gebührt Friedl Preisl für Idee, Organisation und Programm-gestaltung des Festivals sowie Claudia Gangl, die für Presse- und Öffentlichkeits-arbeit zuständig war. Da das Konzept der Veranstaltung vom begeisterten Publikum

voll angenommen wurde (oft war die Nachfrage größer als die Anzahl der vorhandenen Plätze!), ist das Festival 2002 längst in Vorbereitung, wie man hört.

Bitte den 23.2.2002 bereits jetzt für das Eröffnungskonzert vormerken und rechtzeitig Karten sichern!

 

http://www.akkordeonfestival.at

friedl.preisl@chello.at

 

 

  Letztes Update der angezeigten Seite: 30.April 2009, 22:06 

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