Friedrich Lips

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 Montag, 20.November 2017 08:49 

Schneefall bei Nacht

S. Berinski (*1946) Drei Stücke in "mauvais" Stil (1992)
L'amour! 7:05
Kchoo?! 3:38
Partando vulp... 4:07
Y. Takahashi (* 1938) Like a water-buffalo (1985) 8:42
E. Denissow (1929-1996) Von der Dämmerung zum Licht (1995) 11:40
J.Ganzer (* 1950) Phantasie 84 7:14
Wl. Solotarjow (1942-1975) Kammersuite (1965)
Abendpräludium 2:17
Draußen scheint das Mondlich 4:55
Schneefall bei Nacht 2:38
Geheimnisvolle Visionen 2:27
Ich rufe Momente tiefer Trauer 1:17
Ein altes Märchen 4:19
Gesamtspielzeit 61:15


Sergej Berinskij (1946) - Drei Stücke in "mauvais" style (1992)

L'amour!
Kchoo?!
Partando Vulp ... (niemand weiß, was das bedeuten soll)

Die Titel der einzelnen Stücke klingen ziemlich abstrakt und haben nichts mit ihrem konkreten bildlichen Inhalt zu tun, jedoch wecken sie die Phantasie und geben Anstoß zur emotionellen Wahrnehmung dieser Stücke. Das Werk verlangt eine ziemlich temperamentvolle Darbietung, die Gefühle müssen überströmen, gleichsam von innen nach außen fließen. Je nach Intensität der Leidenschaft ruft die Musik in der, Phantasie naturalistische, geradezu unverhüllt sexuelle Bilder hervor. Nicht ohne Grund bittet der Komponist, die "Drei Stücke" immer mit Mikrophon zu spielen, damit alle seine Intentionen mit hyperbolischer Lautstärke wiedergegeben werden. Das Werk endet mit einer Episode, in der jüdisches Klagen dargestellt wird.

Yuji Takahashi's (1938) "Like a water-buffalo" (1985) ist eine philosophische Betrachtung über den Sinn des Seins. Die kurzen, elegant vollendeten Strukturen rufen die Assoziation des "Bonsai" (Kunst der Zwergbaumzucht) oder des "Ikebana" hervor (jener Kunst, aus zwei, drei Blüten einen einzigartigen Blumenstrauß zu komponieren). Die allgemeine Neigung im Stück zum tonalen Zentrum "G" (eher Moll), die für das "europäische Ohr" ungewöhnliche Melodik und die bis zur Rafinesse launische Rhythmik schaffen eine Atmosphäre der Rätselhaftigkeit alles Östlichen.

"Von der Dämmerung zum Licht" (1995) ist das erste Werk für Bajan Solo eines der größten zeitgenössischen Komponisten - Edison Denissow (1929-1996); 1987 schrieb er eine Phantasie auf Themen sowjetischer Lieder der 30iger Jahre für Bajan, Klavier und Schlaginstrumente (die Premiere fand am 1. April 1987 im Konzertsaal des Gnessininstituts statt, die Ausführenden waren Friedrich Lips und ein Schlagzeugensemble unter der Leitung von Mark Pekarskij). Wenn sich in der überwältigenden Mehrheit der Werke die Thematik "vom Chaos zum Licht" durch Kampf und Hindernisse entfaltet, dann geschieht bei Denissow etwas anderes. Hier herrscht vom Anfang bis zum Ende des Stückes Friede. Es geht um die Erleuchtung des Verstandes, die ruhige Betrachtung eines ergrauten Menschen an seinem Lebensabend. Es herrschen die Nuancen p und pp vor; charakteristische Bezeichnungen sind dolce, dolcissimo, espressivo. Die komplizierte Rhythmik (9/8, 11/9, 5/4, usw.) erzeugt keine Hektik, sondern, im Gegenteil, trägt zum gleichmäßigen Gedankenfluß bei. Die bisweilen auftretenden schönen Harmonien erzeugen einen würzigen Duft.

Im Repertoire Jürgen Ganzers (1950), Professor für Tonsatz an der Berliner Musikhochschule, finden sich nicht wenige Stücke für Bajan (der Komponist beherrscht das Instrument hervorragend). In der "Phantasie 84" bedient sich der Autor des Stereoeffekts zweier Bajanklaviaturen in meisterhafter Weise. Diesem Kunstwerk liegt die Vorahnung von etwas unabwendbarem und unerklärlichem zugrunde, das Warten auf das Ungewisse (Könnte es große Veränderungen im Leben geben?... Ich erinnere daran, daß das Werk 1984 geschrieben wurde!

Wladislaw Solotarjow (1942-1975) - Kammersuite (1965)
Die Grundidee für die Suite entstand bei dem jungen Komponisten unter dem Eindruck der romantischen Poesie des bedeutenden russischen Dichters Alexander Blok. Die Titel der einzelnen Stücke sind sehr poetisch und verweisen auf ihren Inhalt: 1. Abendpräludium, 2.Draußen scheint das Mondlicht, 3.Schneefall bei Nacht, 4.Geheimnisvolle Visionen, 5. Ich rufe Momente tiefer Trauer, 6.Ein altes Märchen. Die dynamische Bandbreite aller sechs Stücke des Zyklus ist nicht groß, p und mp herrschen vor, aber die Bilder jedes einzelnen versenken den Hörer in einen zutiefst persönlichen, intimen Zustand, sodaß man immer weiterhören möchte... und am Ende des Zyklus braucht es keinen Applaus, sondern Stille...
  Letztes Update der angezeigten Seite: 30.April 2009, 22:07 

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