THE LAST SUPPER
THE LAST SUPPER
Lips
CD 018
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1)
S. Gubaidulina (*1931)
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Partita
“Sieben Worte” für Violoncello, Bajan und
Kammerorchester (gewidmet F. Lips und V. Toncha)
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1.
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun |
4:22
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2.
Weib, siehe, das ist dein Sohn - Siehe, das ist deine Mutter |
4:02
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3.
Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein |
3:44
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4.
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? |
8:17
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5.
Mich dürstet. |
5:42
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6.
Es ist vollbracht. |
3:48
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7.
Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist. |
4:37
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| 2)
Vl.Solotarjov (1942-1975) |
„Kloster
von Ferapont. Meditation über die Fresken von Dionisij“ für Bajan Solo |
4:08 |
| 3)
M. Bronner (*1952) |
„Judas-Passion“
für Bajan und Kammerorchester (gewidmet
F. Lips)
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25:29 |
| 4)
J.S. Bach (1685-1750) |
"Ich
ruf' zu Dir, Herr Jesu Christ", BWV 639 |
3:26
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| Gesamtspielzeit |
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67:55 |
Friedrich Lips, Bajan
1)Vladimir Toncha, Violoncello
Shisei Nihon Symphonie-Orchester; Dirigent: Yuji Takahashi
Live-Aufnahme in der Suntory Hall, Tokio, 27. März 1990
3) Kammerorchester des Nathalia
Sats-Kindermusiktheaters
Dirigent: Viktor Jakowlew
Live-Aufnahme im Großen Saal des Hauses der Komponisten,
Moskau, 25. Februar 2002
Das Thema der
Kreuzigung erregte bereits im Laufe vieler Jahrhunderte das Interesse
hervorragender Künstler wie Maler, Dichter und Komponisten. Die berühmten
Worte Jesu Christi am Kreuze bildeten die Grundlage für wohlbekannte Zyklen von
H. Schütz (vor 400 Jahren) und J. Haydn (vor 200 Jahren). Und jetzt blickte mit
S. Gubaidulina eine der bedeutendsten Komponistinnen der Moderne auf das
grandiose Geschehen der letzten 2000 Jahre. Sie benötigte aber für die
Darstellung des Gedankenguts, abgesehen von den klassischen Instrumenten, völlig
neue musikalische Farben. Sie wählte das Bajan für die Rolle von Gott-Vater,
das Violoncello meist für Gott-Sohn und manchmal den Heiligen Geist. Dem
Orchester wird die Rolle des erzählenden Evangelisten anvertraut. Manchmal
werden alle Rollen auch untereinander ausgetauscht. Erinnern wir uns an die berühmten
Worte, die S. Gubaidulina’s Partita „Sieben
Worte“ für Violoncello, Bajan und Kammerorchester zugrunde liegen:
1.
Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
2.
Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein.
3.
Weib, siehe deinen Sohn... Siehe deine Mutter.
4.
Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
5.
Mich dürstet.
6.
Es ist vollbracht.
7.
Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.
Das Stück „Kloster
von Ferapont. Medidation über die Fresken von Dionisij“
wurde von Wl. Solotarjow nach Besuch dieses Klosters im Norden Russlands im
Gebiet von Wologda geschrieben. Die von dem großen russischen Maler Dionisij in
seiner originellen Art geschaffenen Fresken über biblische Inhalte hinter ließen
auf den Komponisten einen ungeheuren Eindruck.
Das Geheimnis des Verrats des Judas stellt schon seit mehr als 2000
Jahren ein Rätsel für die Menschheit dar. Nach einer der Versionen über das
Geheimnis des „Letzten Abendmahls“ sagte der Jünger zum Meister: es ist mir
befohlen, Dich zu verraten. Darauf antwortete Jesus Christus: tu, was Du tun
musst, und es soll so sein, wie es sein wird. Die Bestätigung dafür findet
sich im unlängst aufgefundenen Evangelium nach Judas, wo sich Judas Ischariot
als bester Jünger Jesu Christi erweist. Demnach hat der Meister angeblich
selbst Judas gebeten, ihn zum Opfer zu bringen, um so die Seele Christi vom
menschlichen Leib zu befreien. In der Tat wäre die Geschichte des Christentums
ohne diesen Verrat eine völlig andere. Auf eben diesem komplizierten Rätsel
basiert das Werk von M. Bronner, einem der bedeutendsten Komponisten Russlands.
Es gelingt ihm, die Verwirrung in der Seele des Judas sehr glaubwürdig zu
vermitteln, seine Zweifel und Ruhelosigkeit sowie den Zwiespalt im Bewusstsein
eines der besten Jünger, der seinen Meister verraten soll. Die Musik hält die
ganze Zeit sowohl Interpreten, als auch Zuhörer in Spannung und lässt sie
keinen Moment locker. Ab der Mitte des Werkes flüstern die Orchestermusiker
einige Male das Wort „Judas“, das zu guter Letzt fragend erklingt:
„Judas?“. Diese Frage steht seit zwei Jahrtausenden offen im Raum und
niemand kann eine Antwort darauf geben. Die „Judas-Passion“ von M.
Bronner gibt auf dieses Rätsel unserer Welt auch keine...
Den
Abschluss des Programms dieser CD bildet J.S. Bach’s Choralpräludium “Ich
ruf’ zu Dir, Herr Jesu Christ”, BWV 639, wo durch die Hinwendung zu Gott
weiter über die Ewigkeit meditiert
wird.
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