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19. Internationales Festival "Bajan und Bajanisten" in
Moskau
Unter Patronanz des russischen Ministeriums für Kultur
und Kinematographie, der russische Gnessin-Musikakademie sowie des Friedrich
Lips-Fonds fand in der Zeit vom 5.-9. Dezember 2007 bereits zum 19. Mal das
traditionelle Internationale Festival "Bajan und Bajanisten" im
Konzertsaal der russischen Gnessin-Musikakademie in Moskau statt.
Es gehört zu den Traditionen des Festivals, an
besondere Meilensteine in der Geschichte des Bajans zu erinnern. In diesem Jahr
jährte sich die erstmalige Konstruktion des russischen Bajan zum 100. Mal, außerdem
feierte mit J.Wolkowitsch jener Meister
seinen 80. Geburtstag, der die Entwicklung des Instruments entscheidend mitgeprägt
hat. 1907 schuf P.Sterligow jenes Instrument, das sich grundlegend von allen bis
dorthin existierenden Harmonikas („Garmoschkas“) unterscheiden sollte, und
das er nach dem alten russischen Sänger Bojan „Bajan“ nannte: 55 Knöpfe in
der vierreihigen rechten, 72 in der linken Klaviatur. In der Folge baute
Sterligow 1929 den ersten Bajan mit Einzeltönen. Es ist das große Verdienst
von J.Wolkowitsch, die Qualität des Bajans weiter perfektioniert zu haben, um
so die Voraussetzungen für das moderne professionelle Spiel zu schaffen. Er
konstruierte 1962 das erste Serienmodell mit Tonkammer „Solist“, 1967
„Konzert“ und 1969/1970 den drei- und vierstimmigen „Jupiter“. Durch die
gewissenhafte Arbeit der russischen Meister erlangte der „Jupiter“ seine
weltweite Reputation und wurde zum Standard für professionelle Ausbildung sowie
künstlerische Interpretation. Heutzutage arbeiten die besten russischen Meister
unter der Leitung von S.M.Baranow an weiteren Verbesserungen des Instruments.
Auf dem „Jupiter“ spielen viele bekannte Musiker wie J.Wostrjelow, M.Väyrynen,
M.Bonnay, J.Sidorow, A.Sevastian, Ch.Bonnay, E.Moser, O.Scharow, A.L.Castaño,
O.Murray, S.Najko.
Der 1.Teil des Eröffnungskonzert
wurde vom Akkordeonorchester des Schnittke-Musik-College „Vivat, Akkordeon!“
(Dirigent: Valentina Bobischewa) sowie dem Kammerorchester der Gnessin
Musikakademie (Dirigent: Timur Mynbajew) gestaltet. Solisten waren der Pianist
Swjatoslaw Lips (E. Podgaits: „Rondo“ für Klavier und Orchester) sowie der
Bajanist Volkskünstler Friedrich Lips (A. Piazzolla: „Aconcagua“, Konzert für
Bandoneon und Kammerorchester). Laureaten internationaler Wettbewerbe 2007
brillierten nach der Pause: D.Eliasson, J.Puriz, D.Stadnjuk, I.Salachow,
S.Schmelkow (Bajan) mit der Flötistin O.Somanowskaja.
Die folgenden drei Abende standen im Zeichen von Bajankünstlern aus
verschiedenen Ländern: S.Najko, J.Schischkin, O.Scharow (Russland), M.Bonnay
(Frankreich) sowie A.L.Castaño (Spanien), ergänzt durch das Trio „Ars
mobile“ (J.Gurewitsch, Bajan; A.Groschew, Flöte; N.Telminowa, Violoncello)
aus Nischnij Nowgorod. Alle Interpreten brachten die verschiedenen Facetten des
Jupiter-Bajans auf ihre Weise zur Geltung.
Das Gala-Konzert brachte mit dem Auftritt von S.Hussong (Deutschland) ein
absolutes musikalisches Highlight. Der musikalische Bogen spannte sich da von
einem traditionellen Gagaku aus dem Japan des 10. Jahrhunderts bis in die
musikalische Gegenwart eines J.Cage oder einer A.Hoelszky. Mit V.Osipow (Konzertino
und Xylophon), virtous auf dem Klavíer begleitet von S.Lips, sowie der Gruppe
„Belij Den“ (Weißer Tag) klang das Konzert beschwingt aus.
Entsprechend der Tradition (seit 1993) wurde die "SILVER
DISK“ an die Akkordeonisten/Bajanisten S.Hussong, J.Schischkin, V.Galkin,
S.Najko sowie an die Meister V.Vassiliev, A.Tschernow und S.Kaschinzew für
besondere Verdienste um die Bajankunst verliehen. Während des Festivals fanden
im Foyer des Konzertsaals der russischen Gnessin- Musikakdemie Ausstellungen von
Noten und Tonträgern sowie Vorführungen von Musikinstrumenten statt.
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