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21. Internationales Festival "Bajan und Bajanisten" in Moskau
Unter Patronanz des russischen Kulturministeriums, der russischen
Gnessin-Musikakademie sowie des Friedrich Lips-Fonds fand in der Zeit vom 9.-13.
Dezember 2009 bereits zum 21. Mal das traditionelle Internationale Festival "Bajan
und Bajanisten" im Konzertsaal der russischen Gnessin-Musikakademie in Moskau
statt.
Im
Eröffnungskonzert brillierten zuerst Laureaten internationaler Wettbewerbe 2009:
D.Eliasson,
K.Tarabrina, A.Sysoyev, V.Kiselev, R.Batalov, I.Puriz und S.Shmelkov. Da das
Jahr 2010 im Zeichen von kulturellen Kooperationen zwischen Russland und
Frankreich stehen wird, war der zweite Teil dieses Konzerts der französischen
Musik gewidmet, meisterhat vorgetragen vom „Duo Paris-Moskau“ (D. Emorine, R.
Jbanov) sowie F. Brut und P. Lavale (Duo „Double Jeu“), ihrerseits ebenfalls
mehrfache Preisträger internationaler Wettbewerbe.
N. Vlassov, Absolvent von V.
Golubnitschy am Glinka-Konservatorium in Nischny Novgorod, stellte seine bereits
große Meisterschaft nicht nur in einem Solokonzert unter Beweis (Werke von A.
Cholminov, F. Couperin und F. Busoni), sondern auch zusammen mit seinem Ensemble
„Con forza“ (Akkordeon, Violine, Klavier, Gitarre, Perkussion, Kontrabass und
Sopran): Aufführung des „Konzerts“ des R.Galliano sowie ihrer Eigenkomposition
„Frühling“. Selbstverständlich erklatschte sich das Publikum einige Zugaben.
Es gehört zu den Traditionen des
Festivals, Workshops über interessante Themen zu organisieren. Dieses Jahr
stellte die Instrumenten-Fabrik in Tula ihre Instrumente „MIR“ und „Rus“ vor,
junge Bajanisten brachten Werke für Bajan zu Gehör, mit anschließender
Diskussion unter der Leitung von F.Lips und A.Gataullin. Die „kreative Schule
MASTER-CLASS“ stellte verschiedene Arten von Harmonikainstrumenten vor:
Concertina, Bandoneon, Vibrandoneon, Musette, Variété, Jazz und nicht zuletzt
das digitale Akkordeon. A. Selivanov führte gekonnt durch diesen Teil des
Programms.
Der absolute Höhepunkt des
ganzen Festivals - nicht nur wegen des übervollen Konzertsaals der Gnessin
Musik-Akademie - war das Konzert von A.Skljarow aus Anlass seines 60.
Geburtstags. Und das Publikum hatte sein Kommen in keiner Weise zu bereuen. Es
war dieses berühmte Knistern im Saal zu spüren: die Vorfreude auf einen
besonderen Moment. Skljarow zelebrierte jeden einzelnen Ton seines Programms mit
Werken von E.Derbenko, V.Nowikow, R.Galliano, A.Nayunkin mit seiner
einzigartigen technischen und musikalischen Meisterschaft, die seine Reputation
in die ganze Welt getragen hat. Das Bajan-Trio von Lipezk (S.Eltschaninov,
V.Karpy und V.Melnik) zählt heutzutage zu den besten seiner Art. Anlässlich von
35 Jahren Konzerttätigkeit wurde es zum diesjährigen Bajanfestival eingeladen.
E. Seit-Abdulov, 1. Preisträger des Wettbewerbs in Klingenthal
(1982), und der finnische Akkordeonist Janne Rättyä waren die Solisten des 4.
Abends. Seit-Abdulov zeigte die große Bandbreite seines Repertoire’s mit Werken
von C.Franck, D.Klebanov, F.Angelis, R.Ibadlajew und C.Saint-Saëns/F.Liszt.
Rättyä ist einer der führenden jungen Protagonisten der skandinavischen Schule,
der in seinem Vortrag viele neuen Spieltechniken und Klangeffekte verwendete,
u.a. in solchen Werken wie Lindberg’s „Jeux d'anches“. Er startete sein Programm
mit Frescobaldi (Capriccio di Durezze) und Bach (Auszüge aus den
„Goldberg-Variationen") und schloss mit G.Ping’s “Dance – Fury”.
Im Abschlusskonzert stand die
Unterhaltung im Vordergrund. E.Derbenko, im Westen eher bekannt als Komponist,
verblüffte das Publikum im Verlauf seines Autoren-Konzerts, das er zusammen mit
seinen Schülern bestritt. Der russische „Volks-Künstler“ Valery Kowtun
verzauberte zusammen mit seinem Trio „Carneval Akkordeona“, indem er weithin
bekannte Melodien in atemberaubenden Arrangements präsentierte. Sicherlich ein
historischer Moment, als CIA-Vizepräsident Herbert Scheibenreif der
Bajan-Legende Yury Iwanovitsch Kasakow den CIA-Merit Award für seine Verdienste
um die Entwicklung des Bajans/Akkordeons anlässlich seines 85. Geburtstages am
24. Dezember 2009 überreichte. Entsprechend der Tradition (seit 1993) wurde an
den Komponisten Efrem Podgaits, das Lipezk Trio sowie die Akkordeonisten/Bajanisten
V. Beljakow und V. Kowtun die „SILVER DISK“ für besondere Verdienste um die
Bajankunst vergeben. Während des
Festivals fanden im Foyer des Konzertsaals der russischen Gnessin-Musikakdemie
Ausstellungen von Noten und Tonträgern sowie Vorführungen von Musikinstrumenten
statt.
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